Die abschließende offizielle Pressemitteilung von Frau Susanne Schmidt-Barbo zum Projekt „Neulicht am See“
Hannover, 15. März 2009.
Neulicht am See
7. Februar – 15. März 2009
Nach fünfwöchiger Laufzeit ist das Projekt „Neulicht am See“ am Wochenende mit einer erfreulich hohen Besucherzahl zu Ende gegangen. Bis in die späten Abendstunden bestimmten Besuchergruppen und vereinzelte Ausstellungsbesucher mit Taschenlampen den häufig von Joggern und Trainingsgruppen genutzten Parcours um den Maschsee.
Vom vielfachen Regen selbst haben sich nur wenige stören lassen – die Gewissheit, von der Kunst überrascht zu werden, tröstete schnell über den Umstand des unaufhörlichen „Winterregens“ hinweg. Allerdings waren bodentechnisch die Grenzen erreicht, wie Olav Raschke, einer der beiden Veranstalter, die Situation beschrieb: „Die Wege glichen teilweise einem Rübenacker, und die Umbenennung in „Matschsee“ lag nicht so fern.“ Dennoch waren die meisten Besucher vorbereitet und betraten größtenteils in wetterfester Kleidung den am Nordufer des Maschsees platzierten Info-Container, um für den Rundgang zusätzliche Informationen zu erhalten oder den Ausstellungsführer zu erwerben. Hierbei ergaben sich zahlreiche Begegnungen und Gespräche – das unbedingte Bedürfnis, sich über das Projekt und einzelne Arbeiten auszutauschen, war permanent spürbar.
„Natürlich sieht am Abend, auch bei einigen technischen Ausfällen, immer alles so aus, als blieben die Arbeiten der Künstler unverschont, doch das ist mitnichten so“, wie Markus Hutter, der andere Initiator von „NAS“ betont. Hauptsächlich war es seine Aufgabe, die technische Betreuung der Installationen zu gewährleisten. Sichtlich überrascht waren die Veranstalter von den wenigen Vorfällen, die durch mutwillige Zerstörung oder Diebstahl auftraten.
Im Ziel der „Anschläge“ stand die Arbeit von Stefan Mauck, dessen Werbelogos nicht nur im Rathaus für Unruhe sorgten. Zweimal wurde ein Werbeleuchtschild übersprüht und dem Künstler der Vorwurf der eigennützigen Bereicherung gemacht. Dass gerade diese Arbeit die Privatisierung des öffentliches Raumes thematisiert und somit ein intelligentes Schutzschild über die Gemeinschaft hält, blieb leider eine selten erkannte Botschaft.
Ein Teil der Arbeit „Mit Yoko Ono (91) in der energetischen Vitrinen-Plantage“ von Sebastian Neubauer und Per Olaf Schmidt, wurde komplett entwendet, konnte aber einige Tage später wieder neu aufgebaut werden.
Das Tor zur Ausstellung bildete mit Abstand die gegenüber dem Sprengelmuseum am „Fackelträger“ positionierte Arbeit „Arrangement mit Kran, Spiegel, Fackelträger und Stabile“ von Heike Mutter und Ulrich Genth. Eine viel diskutierte Arbeit, die das Publikum sehr aufmerksam und respektvoll begutachtete. An dieser künstlerischen Position starteten auch die dreistündigen Rundgänge zur Ausstellung. Um die Sicherheit des „Fackelträgers“ und der Besucher nicht zu gefährden musste der Spiegel allerdings an stürmischen Tagen „abgehängt“ werden. Das sorgte für zusätzliche Spannung, nicht nur bei den interessierten Besuchern, denn der Spiegel wurde spektakulär von Kletterern auf- und abgehängt.
Diese Ereignisse katalysierten die Besonderheit der Ausstellung, was die Medienpräsenz sehr verdeutlichte. Durch die zusätzlichen Veranstaltungen und die wechselnde Wetterlage blieb die Ausstellung wie ein sich ständig drehendes Rad in Bewegung. Bei der sehr gut besuchten Performance „your personal death of light“ von Rolf Bier war die Erleichterung ein regenfreies „Livestück“ zu erleben, deutlich zu spüren. Dreimal kam es zu einem Treffen der Akteure von Suse Weber, die, jeweils Leuchtsignale schießend, ihr Gespräch von der Löwenbastion zur Maschseequelle fortsetzten. Diese Aktion verfärbte den Maschsee temporär für wenige Minuten in einfarbiges Licht.
Ein kurzer Moment unerwarteter Wirklichkeit, der genauso schnell vorbei war, wie das Projekt „Neulicht am See“, welches wir in seiner besonderen Form jetzt schon vermissen. Und die Frage nach Verlängerung kann nur mit Wiederholung beantwortet werden! Vielfache Veranstaltungen finden jährlich am Maschsee statt, doch in dieser bewusst gewählten winterlichen Zeit, wo uns das Licht und manchmal auch die Energie fehlt, war Neulicht am See von den Veranstaltern ein großes Wagnis, doch trotz Dauerregen ein Geschenk, welches unbestritten zu einem wirklichen Ereignis für die Stadt, die Region und das Land geworden ist!
Als besonderes High“light“ wird der Spiegel der besagten Kranarbeit des Künstlerduos Mutter/Genth am 21. März innerhalb der Frühjahrsauktion des Kunst- und Auktionshauses Kastern mit der Nummer 328 A aufgerufen und mit dem Startgebot von 2.000,- Euro meistbietend versteigert. Der Erlös fließt vollständig in die Finanzierung des Projektes!
Der Spiegel bleibt als Sinnbild einer großen Veranstaltung und Teil einer für den Maschsee explizit geschaffenen Arbeit zurück. „Der Kran gibt dem See eine Richtung und steht für Veränderung“ sagte Olav Raschke in seiner Eröffnungsrede vor 5 Wochen. Es wäre zu wünschen, dass sich diese Veränderung als spiegelndes Teilstück an einem Ort in der Stadt wieder findet - eine großartige Idee!
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Auktion: 21. März. Beginn: 10:00 – 16:00 unter Losnummer 328 A
Infos unter: www.kastern.de
Mit Neulicht am See startete die Stadt Hannover ihr hochkarätiges Kulturprogramm im Rahmen der Gartenregion Hannover 2009.
Weitere Informationen: www.gartenregion.de
und bei den Organisatoren:
Olav Raschke und Markus Hutter
Pressekontakt und Fotos:
Susanne Schmidt-Barbo
Tel.: 06192-2000 895 oder 0171-1504334
E-Mail: Susanne.Schmidt-Barbo@t-online.de
Übersichtsplan der Positionen/ genauere Informationen entnehmen Sie dem
ausstellungsbegleitenden Kurzführer. Sie erfahren in diesem 32-seitigen Heft
mehr über den genauen Standort der einzelnen Positionen.
Außerdem werden die Abbildungen/Skizzen der geplanten Arbeiten von einer
Kurzbeschreibung von Kristian Tieke begleitet.
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Führungen für Gruppen ab 10 Personen nach telefonischer Absprache
Kontakt:
mail: info@neulicht-am-see.de
Tel.: Markus Hutter: + 49/0/175 6835274 // Olav Raschke: + 49/0/176 22608221
Projektbüro NAS/Seestraße 15/30171 Hannover
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Veranstalter in kuratorischer Tätigkeit: Markus Hutter und Olav Raschke
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Dies ist die offizielle Web-Site von:
Neulicht-am-See
Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Presserechts:
Olav Raschke/Markus Hutter
Adresse: Seestraße 15 / 30171 Hannover / Germany
E-Mail: oraschke@neulicht-am-see.de
Screen: Olav Raschke/Ralph Kull
Programmierung: Ralph Kull
Fotografie: Alle Abbildungen, außer Leni Hoffmann, von Olav Raschke
© 2009 Projektteam und die Autoren.
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